3D - Kinosysteme

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Dolby 3D


Foto Dolby3D-Brille Anders als bei herkömmlichen Verfahren, die mit Polarisationsfiltern oder Shuttergläsern arbeiten, bedient sich Dolby3D einer ganz anderen Technologie. Die beiden Teilbilder werden vom gleichen Lichtstrahl übertragen, sind allerdings wellenlängenkodiert. Bei einer Wellenlänge von 400 Nanometer sehen wir blau und bei 700 Nanometer rot. Dazwischen liegen all die anderen Farben wie ein Regenbogen.

Die speziellen Dolby 3D-Interferenzfilter sind in der Lage, einzelne ganz eng begrenzte Bereiche (Bänder) aus diesem Regenbogenspektrum herauszufiltern. Diese werden dann übertragen. Linkes und rechtes Teilbild verfügen also jeweils über drei eigene schmale Bänder im Rot- Grün- und Blaubereich (für die RGB-Farbdarstellung). Mit den passenden Gegenfiltern in der 3D-Brille wird das richtige Teilbild für jedes Auge sichtbar.



Vor und Nachteile

Ähnlich wie bei XpanD sind die speziellen 3D-Brillen relativ teuer und Verschleiß, Defekt oder Verlust verursachen finanziellen Schaden. Die Brillen nicht ganz so leicht und bequem wie einfache RealD-Brillen.

Eines der Hauptprobleme der Interferenzfiltertechnologie sind Farbverschiebungen. Leichte Grün- oder Magentaverfärbungen können den Bildeindruck stören. Durch Verbesserungen spielt das Problem bei der heutigen Kinoversion von Dolby 3D aber keine große Rolle mehr. Die Trennung der beiden Teilbilder funktioniert ebenfalls gut, wodurch Übersprechungsartefakte und damit Geisterbilder sehr selten sind. Die Helligkeit des Projektorbildes wird zwar durch die Interferenzfilter stark reduziert, jedoch fällt dies durch die Adaption der Augen kaum auf. Ein großer Vorteil im Vergleich mit anderen Verfahren ist die Projektionsfläche. Weil Dolby3D keine Polarisationsfilter verwendet, ist eine spezielle Silberoberfläche nicht notwendig.
Foto Dolby3Dwheel


Typischer Einsatz

Die Interferenzfiltertechnologie ist von Dolby für die Verwendung mit professionellen Cinema-Projektoren weiterentwickelt worden. Dolby3D ist also ein vollwertiges 3D-Kino-Projektionssystem und qualitativ problemlos in der Lage, auch große Kinosäle zu bespielen. Ein Nachteil ist der hohe Preis der 3D-Brillen aufgrund der Interferenzfilter. Sie müssen nach jeder Vorstellung wieder eingesammelt werden. Die Anwendung im kleinen Bereich wie Wissenschaft, Forschung oder spezielle Events wird weiterhin unter dem Namen Infitec von den deutschen Entwicklern betrieben. Infitec kann übrigens als Einzelprojektion aber auch als Doppelprojektion betrieben werden.




Entwicklung

Ursprünglich begann die Entwicklung des Systems in der Forschungsabteilung von DaimlerChrysler in Ulm. Man versuchte dort, ein verbessertes Darstellungssystem für "virtual reality" - Anwendungen zu konstruieren. Als das Potenzial für die Stereo-3D-Projektion erkannt wurde, kam es zu einer Ausgründung mit dem Namen Infitec GmbH. Dolby war auf der Suche nach einer eigenen S3D-Technologie, um seine Position im neu entstandenen Stereo-3D-Markt zu etablieren und zukunftsfähig zu bleiben. Mit dem Lizenzerwerb der Infitec-Technologie setzt Dolby direkt auf das internationale Kino-Geschäft. Dabei ist der Markenname "Dolby" bei der Vermarktung von großem Vorteil.

Link

www.dolby.com/professional/solutions/cinema/3d-digital-cinema.html




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