Die Entwicklung und Historie von Stereo-3D


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Frühe Neuzeit


Leonardo da Vinci In der Renaissance kam es zur Entwicklung der Zentralperspektive (oft als Wiederentdeckung bezeichnet), und von da an traten verstärkt räumliche Darstellungen mit zahlreichen monokularen Tiefenhinweisen auf.


Der naturwissenschaftliche Universalgelehrte Leonardo da Vinci (1452-1519) nutzte korrekte Texturen, Schatten und die Zentralperspektive und er erkannte, dass um einen nahen Gegenstand mit beiden Augen herum gesehen werden kann. So hätte er beinahe das Prinzip der Stereopsis entdeckt.

Ungefähr um das Jahr 1600 erstellte ein gewisser Jacopo Chimenti zwei Zeichnungen, die rund 250 Jahre später von David Brewster als Beweis für ein erstes stereoskopisches Bildpaar angeführt wurden. Brewster versuchte damit, seinem Widersacher Charles Wheatstone die Erfindung der Stereoskopie streitig zu machen. Doch schnell widerlegten Fachleuten, dass es sich um ein Stereo-3D-Bild handelt. Möglicherweise wollte der Zeichner nur mehrere Exemplare des Bildes anfertigen. Die Debatten darüber halten jedoch bis heute an. Chimenti

Kepler

In der Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts gab es viele Universalgelehrte, die sich unter anderem auch mit dem menschlichen Sehen befassten. Der Mathematiker Friedrich Johannes Kepler (1571-1630) war einer von ihnen. Er erkannte, dass die Bilder auf der Netzhaut seitenverkehrt sind und auf dem Kopf stehen.


Zudem wusste Kepler, dass die beiden Netzhautbilder flach sind und nicht räumlich. Die Begründung für das Raumsehen sah er deshalb in der Konvergenz der Augen. Auch Isaac Newton (1642-1726) war ein Universalgelehrter und befasste sich mit der Frage wieso wir räumlich sehen können. Er untersuchte unter anderem das Phänomen der binokularen Rivalität. Von Newton stammt unter anderem auch eine Beschreibung zum Verlauf der Sehnerven und deren teilweise Kreuzung im Chiasma Opticum.
Charles Wheatstone Die wichtigste Entdeckung machte der englische Physiker Charles Wheatstone (1802 - 1875) im Jahre 1832. Er erkannte nämlich das Prinzip der parallaktischen Verschmelzung. Dieses Prinzip besagt, dass zwei stereoskopische Teilbilder mit leichten perspektivischen Unterschieden (Disparitäten) im Kopf zu einem Raumbild verschmelzen.


Als praktische Anwendung seiner Entdeckung baute er das erste Stereoskop, dem er auch den Namen verlieh. Damit ließen sich vorerst nur stereoskopische Zeichnungen betrachten. Da ungefähr zu dieser Zeit auch die Fotografie entstand, verwundert es nicht, dass das Stereoskop schon nach relativ kurzer Zeit mit Fotografien bestückt wurde.




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