S 3 D   G L O S S A R   -   Das Fachwörterbuch für Stereo-3D   -


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Teilbildausrichtung

Die horizontale Verschiebung der beiden Teilbilder zueinander legt fest, wo sich die Nullebene befindet und damit auch, was später vor und hinter der Wiedergabeebene empfunden wird. Im englischen Sprachgebrauch verwischt der Unterschied zwischen Konvergenz und der Teilbildausrichtung leicht, da in beiden Fällen oft einfach nur von convergence gesprochen wird. Die Festlegung der convergence plane (Nullebene) bei der Teilbildausrichtung unterscheidet sich aber grundlegend von konvergenten Kameras bei der Aufnahme.


Teilbilder, stereoskopische

Die Bilder der linken und rechten Kamera, die vom Betrachter durch die Stereopsis fusioniert werden und somit ein sogenanntes interpoliertes "zyklopisches Bild" ergeben, welches mittig zwischen den Teilbildern liegt, heißen stereoskopische Teilbilder.





Telepräsenz

Mit Telepräsenz wird das Gefühl beschrieben, real in der dargestellten Situation zu sein und Übertragungs- und Wiedergabevorrichtungen nicht mehr bewusst wahrzunehmen. Schon lange wird versucht, die Telepräsenz mithilfe der räumlichen Tiefe zu verstärken (3DTV). Als Voraussetzung gilt eine hohe Auflösung (HDTV).


Testbild

In erster Linie werden Testbilder zu Kalibrationszwecken eingesetzt. Geräte wie MAZen oder Kameras können Testbilder ausgeben, um nachfolgende Geräte darauf abzustimmen oder mit Messinstrumenten selbst abgestimmt zu werden. Meist geht es dabei um farbliche, geometrische oder um Schärfekorrekturen.


Testtafel

Die Testtafel dient zur Ausrichtung und Justierung von Kameras. Es gibt verschiedene, auch kombinierte Testtafeln für die Farb-, Kontrast- und Helligkeitskalibrierung, für das Auflösungsverhalten der Objektiv-Kamera- Einheit, für die Einstellung der Flanschbrennweite (auch Auflagemaß oder Backfocus genannt) aber auch für stereoskopische Parameter, wie die Basisweite, geometrische Anpassung sowie zur Überprüfung des Konvergenzwinkels.


Texturgradient

Objekte und Strukturen mit sich wiederholenden Elementen, die gleich weit voneinander entfernt und gleich groß sind, scheinen mit steigender Entfernung näher zusammenzurücken. Durch diesen Tiefenhinweis wird der Raumeindruck verstärkt.


TFT - Thin Film Transistor

Flüssigkristalldisplay


Tiefe, gedehnte

Bei gedehnter oder expandierter Tiefendarstellung haben die aufgenommenen Objekte auf ihre Größe bezogen in der Wiedergabe eine größerer Tiefenausdehnung. Dies geschieht in der Regel nicht linear (Tiefenverzerrung). Ist eine Tiefendehnung zu stark, kommt es bei den Betrachtern des Stereo-3D Bildes möglicherweise zu Visueller Überforderung.


Tiefe, gestauchte

Wenn die Tiefe gestaucht oder komprimiert ist, werden die aufgenommenen Objekte auf ihre Größe bezogen in der Wiedergabe mit geringerer Tiefenausdehnung dargestellt. Tiefenstauchungen sind meist nicht linear (Tiefenverzerrung), werden aber selten als unangenehm empfunden, sodass es nicht zu Visueller Überforderung kommt.



Tiefe, nichtlineare

Tiefenverzerrung




Tiefenanschluss

Ähnlich wie bei der Continuity auf inhaltliche oder bildliche Anschlussfehler geachtet wird, geht es bei Tiefenanschlüssen (depth continuity) um die Lage und Tiefenausdehnung von Objekten in aufeinander folgenden Bildern sowie um den Tiefenumfang der jeweiligen Bilder. Wird den Tiefenanschlüssen keine Beachtung geschenkt, kann es leicht zu Tiefensprüngen kommen.


Tiefenausdehnung

Die Tiefenausdehnung ist die Differenz von Fern- und Nahpunkt. Der Begriff kann in vielen Zusammenhängen gebraucht werden und ist daher immer mit einem Zusatz versehen, also die Tiefenausdehnung eines Objekts (Plastizität) oder die Tiefenausdehnung eines ganzen Bildes (Tiefenumfang).


Tiefenbildformat

Bei Tiefenbildformaten wird neben dem 2D-Hauptbild eine Tiefenkarte übertragen. Das Verfahren zählt damit zu den Differenzbildern. In der Postproduktion finden Tiefenbildformate schon lange ihre praktische Anwendung. Viele VFX-Programme erzeugen intern eine Tiefenkarte, um computergenerierte und real gefilmte Sequenzen gemeinsam zu verarbeiten. Tiefenbildformate lassen sich auch direkt mit entsprechenden Kameras erzeugen (DIBR).


Tiefenblende

Tiefenschnitt, dynamischer


Tiefendramaturgie

Filme, die in 2D realisiert und im Nachhinein lediglich einer 2D-3D-Konvertierung unterzogen wurden, haben in der Regel keine spezielle Tiefendramaturgie. Bei Filmen, die von vornherein für Stereo-3D konzipiert werden, entwickelt der Stereograf eine Dramaturgie, die den Tiefenumfang der Bilder in einen Zusammenhang mit der Geschichte bringt. Die Tiefendramaturgie kann in einer Tiefenverlaufstabelle grafisch dargestellt werden. Alle Gewerke, vom Regisseur über den Kameramann bis hin zum Schnittmeister sollten die Tiefendramaturgie kennen und beachten.


Tiefenebenenkrümmung

Durch konvergente Kameraausrichtung und damit durch gegensätzliche trapezförmige Verzerrung erzeugte Fehldisparitäten vergrößern sich zu den Bildecken hin. In ihrer Gesamtheit führen sie zu einer Krümmung der einzelnen Tiefenebenen.


Tiefenhinweis

Die menschliche Wahrnehmung hat verschiedene Möglichkeiten, Tiefe zu erkennen. Bei den binokularen Tiefenhinweisen gibt es die binokulare Disparität, die Okulomotorik und die binokulare Verdeckung. Bei monokularen Tiefenhinweisen lassen sich Bewegungsfaktoren und Bildindikatoren unterscheiden. Im visuellen Kortex werden Tiefenhinweise je nach Situation und Verfassung unterschiedlich stark gewichtet.


Tiefenfaktor

Synonym für Stereofaktor


Tiefenkarte

Tiefenbildformat


Tiefenkriterium

Synonym für Tiefenhinweis


Tiefenkrümmung

Synonym für Tiefenebenenkrümmung


Tiefenschnitt, dynamischer

Die Tiefenpositionen zweier Bilder werden durch die Teilbildausrichtung einander angeglichen, damit beim Schnitt kein Tiefensprung entsteht. Diese Angleichung ist nur am Schnittpunkt effektiv, vorher und nachher laufen die Bilder dynamisch in ihre eigentliche Ausrichtung. Die Tiefenüberblendung dient der kontrollierten Blickführung des Betrachters und der sanften Konvergenzänderung seiner Augen.


Tiefenübertreibung

Tiefe, gedehnte


Tiefenuntertreibung

Tiefe, gestauchte


Tiefenposition

Die Tiefenposition beschreibt die Lage des Tiefenumfangs innerhalb der darstellbaren Tiefe. Wenn in einem Bild mit einem bestimmten Tiefenumfang der Fernpunkt nach vorne verlagert wird (Teilbildausrichtung), kann auch der Nahpunkt näher liegen, ohne dass der Tiefenspielraum überschritten wird. Der darstellbare Raum, in dem sich der Tiefenumfang bewegen darf, richtet sich nach der Wiedergabemethode.


Tiefensehschärfe

Anders als die Sehschärfe basiert die Tiefensehschärfe nicht auf dem Mindestabstand zweier Zapfen sondern auf der Verschaltung rezeptiver Felder im Sehzentrum. Damit kann die Tiefensehschärfe wesentlich höher auflösen. Zur Peripherie hin nimmt sie aber genau wie die Sehschärfe rapide ab. Bei Idealbedingungen erreicht sie in der Fovea 5 bis 10 Winkelsekunden. Sie entspricht der sogenannten Übersehschärfe.


Tiefenskalierung

Durch Nutzung der Tiefenkarte können überzogene Disparitäten in unterschiedlichem Verhältnis verschoben werden. Der Tiefenumfang eines Bildes lässt sich so in geringem Maße verändern.


Tiefenspielraum

Der Tiefenspielraum ist die nutzbare Tiefe eines stereoskopischen Aufnahme- und Wiedergabesystems. Seine Größe hängt von den Parametern des Zielformats in der Wiedergabe ab. Die vertretbare 3D-Tiefenwiedergabe reicht von der Nullebene bis zum maximal zulässigen Fernpunkt. Damit begrenzt der Tiefenspielraum also aus technischer Hinsicht die maximal erlaubten Disparitäten nach vorn und hinten. Die Festlegung dieser Grenzen erfolgt über die Zieldisparität (maximal zulässige positive Disparität). Bei der Verwendung der Stereoeinheit „depth value“ entspricht der Tiefenspielraum stets dem Wert 0 dv.


Tiefensprung

Wird zwischen Bildern sehr unterschiedlicher Tiefenausdehnung oder Tiefenposition geschnitten, kann es zu einem Tiefensprung kommen. Der Zuschauer wird dann gezwungen, blitzschnell die Augenkonvergenz zu verändern. Zu kurzzeitiger Visueller Überforderung kommt es dabei vor allem bei Tiefensprüngen aus der Ferne in die Nähe.



Tiefenumfang

Der Tiefenumfang ist die genutzte Tiefe eines stereoskopischen Aufnahme- und Wiedergabesystems. Seine Größe hängt von den Einstellungen bei der Aufnahme ab, vor allem der Stereobasis, Distanzen und Brennweite. Er kann aber im weiteren Verlauf der Bildbearbeitung noch verändert werden, beispielsweise durch Bildskalierungen. Auf der einen Seite wird der Tiefenumfang vom Nahpunkt und auf der anderen Seite vom Fernpunkt begrenzt. Er stellt die tatsächliche Tiefenausdehnung eines Motivs dar und lässt sich in Werten der Stereoeinheit angeben. Der Tiefenumfang sollte stets innerhalb des Tiefenspielraums liegen, kann dessen Ausdehnung aber in Einzelfällen überschreiben. Seine Lage auf der Z-Achse der darstellbaren Tiefe ist die Tiefenposition. Von dieser ausgehend erstreckt sich der Tiefenumfang nach vorne und hinten.


Tiefenverlagerung

Die Lage der Nullebene und die davon ausgehende Tiefe wird in der Teilbildausrichtung festgelegt. Damit kann die Tiefe ähnlich wie die Schärfe bei einer Schärfenverlagerung bewusst verschoben werden. Die Tiefenverlagerung ist ein wichtiger Bestandteil des dynamischen Tiefenschnitts.


Tiefenverlaufstabelle

Auf einer Zeitleiste wird die Stärke der Tiefe, also der Tiefenumfang der jeweiligen Szene dargestellt. So wird ein Verlauf der Tiefe eines Films erkennbar, der die Tiefendramaturgie widerspiegelt.




Tiefenverzerrung

Die Originaltiefe der Realität wird in fast allen Fällen nicht linear abgebildet. In der Praxis fällt das aber kaum auf. Für eine lineare Reproduktion ist eine Versuchsumgebung mit absoluter Kontrolle über die zahlreichen Stereo-3D-Parameter nötig. Der Stereofaktor gibt dann die Skalierung der Tiefe an.


Thalamus

Der Thalamus (Sehhügel) ist das Tor zum Bewusstsein. Alle sensorischen Informationen des Körpers laufen über den Thalamus in die entsprechenden Areale des Hirns. Der für das Sehen zuständige Teil befindet sich auf der Oberseite des Thalamus und heißt seitlicher Kniehöcker.


Totalhoropter

Horopter


Trapezverzerrung

Wird ein Motiv durch eine Optik abgebildet, die nicht parallel zur Motivebene steht, ergeben sich geometrische Verzerrungen. Rechtecke werden zu Trapezen, Kreise werden eiförmig. Durch Konvergenz einer Stereo-3D-Kamera laufen diese Verzerrungen auf jeder Seite in die entgegengesetzte Richtung, was zu Bildstörungen führt. Die Kameras sollten deshalb möglichst parallel stehen. Auch bei der Wiedergabe ist es wichtig, Trapezverzerrungen zu vermeiden. Möglichkeiten zum Ausgleich sind spezielle Shiftobjektive, eine Korrektur mit optischer Bank (Hama Shift, Novoflex ProShift) oder eine digitale Bildentzerrung.


Tremor

Mikrobewegungen


Triple flash

Multiflash

















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