S 3 D   G L O S S A R   -   Das Fachwörterbuch für Stereo-3D   -


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PAL - Phase Alternating Line

Als Farbfernsehübertragungsverfahren wurde PAL 1962 entwickelt, um die Unzulänglichkeiten der Farbdarstellung bei NTSC zu verbessern. Es wurde zu einem der wichtigsten Standards weltweit. Durch das digitale Fernsehen (beispielsweise DVB) wird PAL langfristig keine Rolle mehr spielen.


Panumareal

Der Bereich vor und hinter dem Horopter, der noch zur erfolgreichen Auswertung binokularer Informationen führt, wird Panumareal genannt. Obwohl die Punkte hier disparat liegen, also auf nicht korrespondierenden Netzhautpunkten, werden sie nicht doppelt wahrgenommen. Objekte innerhalb des Panumraums tragen zum Raumsehen bei. Außerhalb des Panumareals entstehen Doppelbilder, die von der Wahrnehmung bis zu einem bestimmten Betrag unterdrückt werden. Der Entdecker Panum selbst nannte das Areal Empfindungskreis.





Panumraum

Synonym für Panumareal


parallaktische Verschiebung

Darunter versteh man einerseits das Gleiche wie unter dem Begriff Parallaxe, darüberhinaus aber auch den Vorgang der Verschiebung der beiden Teilbilder zueinander (Teilbildausrichtung).


Parallaxe

Der Abstand der Augen zueinander führt zu zwei leicht verschiedenen Perspektiven. Diese Differenz nennt man Parallaxe. Messbar ist sie über den Parallaxenwinkel. Der Begriff wird aber in der heutigen 3D Umgangssprache vorrangig für den Abstand korrespondierender Punkte in den beiden Teilbildern verwendet. Die Parallaxe ist dann quasi der Versatz zwischen links und rechts an der jeweiligen Bildstelle. Die selbe Bedeutung wird in der Regel mit den Begriffen Disparität und Deviation verbunden. Daher benutzt man inzwischen alle drei Begriffe für den Unterschied zwischen linkem und rechtem Teilbild.


Parallaxe, negative

Disparität,negative

Parallaxe, positive

Disparität,positive

Parallaxeneinstellung

Die meisten 3D Kameras bieten eine Einstellungsmöglichkeit zur Verschiebung der Teilbilder zueinander, entweder im Menü oder per Drehrad. Dadurch werden die Nullebene und das Stereofenster nach vorn gezogen. In der Aufnahme selbst wird diese Anpassung nicht zwangsläufig gespeichert, sondern sie dient in der Regel nur einer Art Vorschau für das Kameradisplay. Die tatsächliche Verschiebung wird stattdessen später bei der Nachbearbeitung endgültig festgelegt (Teilbildausrichtung).


Parallelblick

Stereoblick


Parallel-Rig

Stereo-3D-Rig


Passiv-Stereo

Stereoskopie, passive


Peitsche

Schärfenzieheinrichtung


Perspektive

Die Perspektive ist die Sichtweise eines Betrachters. Sie ergibt sich aus der Relation von betrachtetem Objekt und dem Standpunkt der Person. Da zur Betrachtung in der Regel zwei Augen genutzt werden, gibt es zwei minimal unterschiedliche Perspektiven. So wird die binokulare Wahrnehmung (Stereosehen) möglich.


Perspektive, atmosphärische

Durch das Medium Luft und die darin enthaltenen Bestandteile wie Wasser, Staub- oder Schmutzpartikel verändert sich die Sicht mit zunehmendem Abstand. Dinge in größerer Entfernung verlieren an Farbe, Sättigung und Klarheit. Die Wahrnehmung nutzt die atmosphärische Perspektive auch als Tiefenhinweis.


Phorie

Der von beiden Augen anvisierte Punkt kommt bei einer Phorie nicht zur Deckung. Dieser Sehfehler kann zu Doppelbildern (Diplopie) und Beeinträchtigungen des Stereosehens führen.


Picket-Fence-Effekt

Der Picket-Fence-Effekt ist eigentlich ein Begriff aus der Nachrichtentechnik und steht bei Stereo-3D für das sichtbare Springen der Bildpaare bei autostereoskopischen Bildschirmen.


Plastizität

Die Tiefenausdehnung eines einzelnen Objekts heißt Plastizität. Sie kennzeichnet die Stärke der Räumlichkeit des Objekts. Bei einem ganzen Bild handelt es sich aber um den Tiefenumfang. Mit den Begriffen Plastizität und plastische Wirkung lässt sich aber auch gut der subjektive Eindruck eines stereoskopischen Objektes beschreiben. Besonders im Nahbereich gewinnen Dinge in 3D-Bildern an Plastizität und man kann die Oberflächenstruktur dann manchmal fast schon mit den Augen fühlen.


Polarisationsmultiplex

Beide Teilbilder werden bei diesem Multiplex mit konträren Polarisationsfiltern kodiert und vom Betrachter mit einer Polfilterbrille gesehen, sodass jedes Auge nur das ihm bestimmte Bild empfängt. Man unterscheidet zwischen linearer und zirkularer Polarisation.


Polarisationsfilter

Licht besteht aus kleinen Teilchen, den Quanten. Diese bewegen sich mit Welleneigenschaften durch den Raum. Jedes Teilchen schwingt bei seiner Fortbewegung aber in einer eigenen Richtung, je nachdem wo es herkam, wo es unterwegs angestossen ist oder was ihm sonst wiederfuhr. Zur Wahrnehmung von Licht mit den Augen spielt all das keine Rolle. Allerdings ergeben sich diverse technische Anwendungen, indem mit Polarisationsfiltern Lichtteilchen einzelner Schwingungsrichtungen gefiltert werden können. Dabei fliegt das Licht auf eine Art Kristallgitter, welches nur Teilchen einer bestimmten Schwingungsrichtung durchlässt und alle anderen sperrt. Für Stereo-3D kam der Polfilter erstmals durch Edwin Land zum Einsatz, der damit die beiden Teilbilder in der Wiedergabe getrennt übertrug. Gegenüber dem damals verbreiteten Anaglyphenverfahren bot der Polfilter vor allem hinsichtlich der Farbwiedergabe deutliche Vorteile. Polfilter spielen darüber hinaus in der Fotografie eine wichtige Rolle, um beispielsweise Streulicht oder Reflexe zu reduzieren, die meist polarisiert vorkommen und dadurch gefiltert werden können. Durch die Filterung kommt es naturgemäß stets zu einem Lichtverlust. Die Polarisationsrichtung von Lichtteilchen kann mit Polfiltern und Verzögerungsgliedern übrigens auch gezielt verändert werden.





Polfilterbrille

Viele 3D-Brillen funktionieren nach dem Polfilterprinzip. Der große Vorteil solcher Brillen besteht in der passiven Funktionsweise, das heißt anders als bei Shutterbrillen sind keine elektronischen Bauteile oder Batterien notwendig. Sie sind leichter, billiger und wartungsärmer. Generell unterscheidet man zwischen linearen und zirkulären Polfilterbrillen. Heute werden aber fast ausschließlich letztere verwendet, weil dadurch auch bei Kopfverdrehungen die Trennung der Teilbilder erhalten bleibt. Bei linearen Polfiltern werden hingegen schnell Geisterbilder sichtbar, wenn die 3D-Brille nicht absolut gerade zur Leinwand gehalten wird, also quasi bei Kopfverdrehungen.


positive Disparität

Disparität,positive

positive Parallaxe

Disparität,positive

Präsenz

Telepräsenz


Prevost-Lot

Die senkrecht durch den von beiden Augen fixierten Punkt verlaufende Linie heißt Prevost- Lot.


Prismenraster

Bildschirm, autostereoskopischer


Projektionsebene

Wiedergabeebene


Projektionsverhältnis

Das Projektionsverhältnis ergibt sich aus der Bildbreite und dem Abstand des Projektors von der Bildwand. Diese Angabe ist auf den Projektionsobjektiven vermerkt und ermöglicht einen praxisgerechten Einsatz.


Projektor

Projektoren sind Geräte, die ein Bild mit optischen Mitteln auf eine Wiedergabefläche projizieren. Dabei werden verschiedene Technologien eingesetzt, so zum Beispiel LCD, DMD oder CRT. Im deutschen Sprachraum werden sie oft Beamer genannt.


pseudoskopisch

Durch Vertauschen der beiden Teilbilder, kommt es zur Wahrnehmung pseudoskopischer Raumbilder. Diese weisen zwar Tiefe auf, nahe und ferne Objekte sind jedoch im Gegensatz zu orthoskopischen Bildern vertauscht.


pseudostereoskopisch

Stereoskopische Verfahren, die bei genauerem Hinsehen keine zwei parallaktisch verschobenen Teilbilder aufweisen, sind pseudostereoskopische Verfahren. Dazu zählt beispielsweise das Pulfrich-Verfahren, aber auch das bloße horizontale Verschieben eines Bildes, wodurch ein Tiefeneindruck entsteht, der keine echte Tiefe wiedergibt, sondern einfach das flache Bild komplett in der Tiefe versetzt zeigt.


Pulfrich-Verfahren

Das Pulfrich-Verfahren kann man nur bedingt als echtes Stereo-3D Verfahren bezeichnen. Der Zuschauer trägt eine Pulfrich-Brille, also eine spezielle 3D-Brille, die auf einem Auge einen Graufilter hat. Dieses Bild wird vom Gehirn ein klein wenig später wahrgenommen als das durchlässige Auge. Ähnlich wie bei Sukzessivaufnahmen wird dadurch ein stereoskopischer Effekt deutlich. Um diesen räumlichen Effekt zu erzielen muss aber das wiedergegebene Bild in seitlicher Bewegung sein. Filme nach dem Pulfrich-Verfahren erkennt man daher schon an einer ständig seitwärts bewegten Kamera.


Punkthoropter

Horopter


Punkte, homologe

Die Abbildung eines Punkts auf der linken und rechten Netzhaut führt zu einander entsprechenden, also homologen, Punktpaaren. Sie können die gleiche Lage haben (korrespondierende Punkte) oder zueinander versetzt liegen (disparate Punkte). Das Sehzentrum findet homologe Punkte und wertet sie auf Tiefeninformationen aus (Stereopsis).


Punkte, korrespondierende

Identische Stellen auf linker und rechter Netzhaut werden korrespondierende Punkte genannt. Diese sind Projektionen des Horopters, werden also in der Fixationsebene wahrgenommen. Davon abweichende, nicht korrespondierende, also disparate Bildpunkte sind die Grundlage für die Stereopsis.




Punktlosigkeit

Synonym für Astigmatismus


Puppenstubeneffekt

Synonym für Modelleffekt


Puppentheatereffekt

Synonym für Modelleffekt













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