S 3 D   G L O S S A R   -   Das Fachwörterbuch für Stereo-3D   -


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Aberration

Abbildungsfehler


Aberration, chromatische

Die einzelnen Wellenlängen des Lichts werden als Farben wahrgenommen. Die Brennweiten verschiedener Wellenlängen unterscheiden sich, somit werden die Farben nicht auf exakt denselben Punkt fokussiert. Dabei wird zwischen zwei chromatischen Abbildungsfehlern unterschieden - Farblängsfehlern und Farbquerfehlern.


Aberration, sphärische

Innere und äußere Bereiche einer Linse brechen das Licht mit unterschiedlicher Brennweite. So entstehen Bildunschärfen in Form der sphärischen Aberration. Diese zählt zu den optischen Abbildungsfehlern.




Abbildungsfehler, optische

Aufgrund physikalischer Gesetzmäßigkeiten entstehen bei Linsen und Objektiven immer verschiedene Abweichungen von der gedachten perfekten Abbildung eines Gegenstands. Sie sind keine Fehler im eigentlichen Sinn.


Adaption

Das Auge kann sich selbst den jeweiligen Lichtverhältnissen anpassen. Bei dieser Adaption wird die Rezeption von den weniger lichtempfindlichen Zapfen auf die sehr empfindlichen Stäbchen umgestellt oder umgekehrt von den Stäbchen auf die Zapfen.


Aguilonius, Franciscus

Der belgische Jesuit Aguilonius verfasste 1613 in seinem Werk "Opticum libri sex" eine erste umfassende Darstellung der Geometrie des Binokularsehens. Er führte den Horopter in der Bedeutung einer Sehbegrenzung ein und gekreuzte und ungekreuzte Disparitäten waren ihm bereits bekannt. Viele Illustrationen zu seinem Werk wurden von Peter Paul Rubens gezeichnet, der sehr wahrscheinlich Einfluss auf Aguilonius hatte und ebenso von diesem beeinflusst wurde.


Akkommodation

Fokussierung der Augen durch Änderung der Linsenbrechkraft im Auge. Durch die somit erreichte Brennweitenänderung können Objekte verschiedener Entfernungen zur scharfen Abbildung in der Fovea gebracht werden. Die Akkommodation funktioniert bis zu einer Entfernung von rund sechs Metern, danach beginnt der Unendlichbereich. Die Fähigkeit zur Akkommodation lässt mit dem Alter stark nach: Kinder können ab wenigen Zentimetern akkommodieren, ältere Menschen teilweise nur noch ab 2-3 Metern (Altersweitsichtigkeit).


AKD (Akkommodations-Konvergenz-Diskrepanz)

Beim natürlichen Sehen gibt es eine Kopplung zwischen der Akkommodation und Konvergenz der beiden Augen. Akkommodation und Konvergenz ändern sich normalerweise in Abhängigkeit von der jeweiligen Fixationsdistanz - und zwar gemeinsam. Abweichungen, also Diskrepanzen von dieser Kopplung sind eher unnatürlich und entstehen vor allem beim Betrachten von Stereo-3D-Bildern, wobei es leicht zu Visueller Überforderung kommen kann.


Aktiv-Stereo

Stereoskopie, aktive

Amblyopie

Schwachsichtigkeit


Ametropie

Brechungsfehler


Ames`scher Raum

Bei dieser optischen Täuschung wird ein bewusst schief nach hinten gebauter Raum derart ausgestaltet, dass der Raum durch ein Guckloch betrachtet gerade aussieht. Tiefenhinweise wie relative Höhe oder gewohnte Größe werden getäuscht, Menschen können im Ames`schen Raum wie Zwerge oder Riesen wirken.


Anaglyphen

Das Anaglyphenverfahren ist ein Multiplex und beschreibt die Trennung der zwei Teilbilder anhand von Farbfiltern. Es werden echte, graue und farbige Anaglyphen unterschieden. Bei farbigen Anaglyphen gibt es vollfarbige, halbfarbige und optimierte Anaglyphen.


Anaglyphenbrille

Eine der einfachsten Varianten einer 3D-Brille verwendet die Farbkodierung zur Trennung der beiden Teilbilder. Dabei gibt es unterschiedlichste Möglichkeiten wie zum Beispiel Rot-Grün, Rot-Cyan, Grün-Magenta oder Blau-Gelb. All diese 3D-Brillen werden unter dem Fachbegriff Anaglyphenbrille zusammengefasst. Der Vorteil von Anaglyphen liegt in der günstigen Herstellung der Filter und der passiven Funktionsweise. Außerdem können damit 3D-Bilder auch in normalen Printerzeugnissen oder auf jedem Farbmonitor betrachtet werden, wie zum Beispiel in der stereo-3d-info.de Fotogalerie. Mit einer Rot-Cyan Brille wird dort der Raumeindruck sichtbar. Rot-Cyan ist übrigens bei Anaglyphenbrillen am häufigsten in Verwendung. Oft werden sie fälschlicherweise Rot-Grün-Brillen genannt, weil der Begriff Rot-Grün-Brille traditionell als Synonym für Anaglyphenbrille dient. Früher waren Rot-Grün-Brillen nämlich sehr stark verbreitet. Eine weitere populäre Anaglyphenvariante sind die Blau-Gelb-Brillen. Sie kommen beim Color-Code-System zum Einsatz. Alle anderen Anaglyphenbrillen sind eher selten.


Angulation

Konvergenz




Anordnung, konvergente

Konvergente oder konvergierte Kameras sind zueinander eingeschwenkt, vergleichbar mit dem menschlichen Auge, das bei Fokussierung auf nahe Objekte nach innen schielen kann. Die Gefahr überzogener Disparitäten ist bei dieser Kameraanordnung größer, es kann leichter zu Visueller Überforderung kommen. Der entstehende Winkel zwischen den beiden Kameraachsen heißt Konvergenzwinkel.


Anordnung, parallele

Bei einer parallelen Ausrichtung der Kameras verlaufen die beiden Hauptstrahlen der Objektive parallel. Der Konvergenzpunkt liegt dann in der stereoskopischen Unendlichkeit, die je nach Kameraeinstellungen und Motiv sehr nah oder auch weit entfernt sein kann. Die Gefahr überzogener Disparitäten und einer damit verbundenen Visuellen Überforderung ist bei dieser Kameraanordnung geringer.


Artefakte

Ungewollte Veränderungen oder Abweichungen bei der Aufnahme, Übertragung oder Darstellung von Signalen heißen Artefakte. Sie können beispielsweise in Bild und Ton auftreten. Es gibt zahlreiche Arten und Formen von Artefakten, wie zum Beispiel Kompressionsartefakte, Bildrauschen und Übersprechen.


Astigmatismus

Bildpunkte werden von Linsen wegen deren gewölbter Form mit unterschiedlichen Brennweiten abgebildet. Es entstehen schalenförmige Schärfegebilde (sphärische Aberration). Die Differenzen der beiden schalenförmigen Abbildungen eines Objektes (saggital und meridional) führen zu leichten Unschärfen. Dieser optische Abbildungsfehler wird Astigmatismus, Zweischalenfehler oder auch Punktlosigkeit genannt.




Asymmetriefehler

Koma

Atmosphärische Perspektive

Perspektive, atmosphärische


ATSC - Advanced Television Systems Committee

Die US-amerikanische Standardisierungsorganisation für digitales Fernsehen hat einen gleichnamigen Fernsehstandard veröffentlicht, der langfristig das überholte NTSC ablösen soll.


ATTEST - Advanced Three-dimensional Television SystemTechnologies

Als ein von der Europäischen Kommission finanziertes Forschungsprojekt für den Zeitraum 2002- 04 hatte ATTEST zum Ziel, einen kompletten Workflow für 3DTV von der Aufnahme über die Übertragung, Bearbeitung und Speicherung bis hin zur Wiedergabe zu entwickeln.


Aufdeckung

Die Aufdeckung spielt insbesondere bei Formaten mit Tiefenbild und bei 2D-3D-Konvertierungen eine Rolle. Bildinformationen, die aufgrund der Verdeckung in beiden Teilbildern unterschiedlich ausfallen, müssen künstlich erzeugt, also errechnet werden, was zu Aufdeckungsartefakten führt. Über eine manuelle Aufdeckung sind qualitativ wesentlich hochwertigere Ergebnisse erzielbar als mit automatisierten Verfahren.


Aufnahmebasis

Stereobasis


Auflösung, spatiale

Bei dieser Auflösung, die auch statisch oder räumlich genannt wird, handelt es sich um die Unterscheidbarkeit einzelner Bildpunkte auf einer bestimmten Fläche, beispielsweise in Linien pro Zentimeter oder in dpi (Punkte pro Zoll).


Auflösung, temporale

Auch Bewegungs- oder zeitliche Auflösung genannt. Hierbei handelt es sich um die Unterscheidbarkeit einzelner Bilder pro Zeiteinheit, beispielsweise Bilder pro Sekunde oder Helligkeitswechsel pro Sekunde.


Auflösungsvermögen

Der kleinste Abstand, unter dem zwei Objekte oder Punkte noch getrennt wahrgenommen werden, kennzeichnet das Auflösungsvermögen, den Kehrwert der Sehschärfe.




Auge

Das Auge wandelt Licht in neuronale Impulse um und erzeugt so ein subjektives Bild der Realität im Sehzentrum. Das Überlappen des Gesichtsfelds der menschlichen Augen ermöglicht eine räumliche Orientierung und damit das Stereosehen (binokulare Wahrnehmung). In Bezug auf Stereo-3D wird der Begriff Auge oft als Synonym für Teilbild verwendet.


Augenabstand

Der Abstand zwischen den Knoten- oder Mittelpunkten beider Augen ist der Augenabstand, manchmal auch interokulare Distanz genannt. Im Durchschnitt beträgt er 6,3 Zentimeter. Der Begriff interpupillare Distanz (Abstand zwischen den beiden Pupillen, da die Augäpfel diverse Rollungen und Drehungen vornehmen können) ist eher auf augenoptischem und medizinischem Gebiet relevant. Für stereoskopische Sachverhalte genügt der Begriff Augenabstand.


Augenermüdung

Visuelle Überforderung


Augenhöhle

Säugetiere verfügen über zwei tiefe Gruben im vorderen oder seitlichen Bereich des Schädels. Diese Augenhöhlen beherbergen jeweils einen Augapfel.


Augenrucke

Sakkaden


Augenüberlastung

Visuelle Überforderung


Augmented Reality

Realität, erweiterte


Ausrichtung

Teilbildausrichtung


Ausrichtung, parallele

Anordnung, parallele


Ausrichtung, konvergente

Anordnung, konvergente


Autostereo

Der Begriff Autostereoskopie umfasst alle Verfahren zur Wiedergabe von Stereo-3D, bei denen man keine 3D-Brille benötigt. Im Wesentlichen werden bei heutigen Autostereo-Systemen entweder Linsenraster (Lentikularfilter) oder Barriereverfahren eingesetzt. Beide Prinzipien sind schon recht alt, doch um für den Massenmarkt geeignet zu sein, muss noch viel Entwicklungsarbeit geleistet werden. Das Hauptproblem bei Autostereo-Verfahren sind verschiedene Blickwinkel beim Betrachten und vor allem die multi-user-Fähigkeit. Spezielle Autostereo-Bildschirme gibt es schon länger. Sie eignen sich vor allem für Einzelarbeitsplätze. Im 3D-Kino sind Autostereo-Systeme auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.


Autostereogramm

Spezielle Rasterbilder mit nebeneinander angeordneten Wiederholungsmustern ermöglichen räumlich wirkende Bilder, die ohne 3D-Brille betrachtet werden können. Solche Autostereogramme lassen sich durch eine bewusste Fehlfokussion hinter der eigentlichen Wiedergabeebene sehen, was auch "magischer Blick" genannt wird. Populär wurden Autostereogramme durch das Buch "Magic Eye" von Tom Baccei.


Autostereoskopischer Bildschirm

Bildschirm, autostereoskopischer


Axon

Axone dienen zur Übertragung von Nervenimpulsen und gehen als Leitung direkt von den Nervenzellen ab.














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